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5 Minuten DaF

Im August 2022 fand in Wien die ursprünglich für 2021 geplante Internationale Deutschlehrertagung (IDT) statt. Wir berichten darüber aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln, einmal von der Perspektive des Verlags und einmal von der Perspektive einer Lehrerin, die wie die meisten Besucher*innen der IDT, das Fachprogramm verfolgt hat.

 

von Vangelis Koukidis und Natalie Kontiadi*

 

*Pressereferentin des ÖSD-Instituts Griechenland und Deutschlehrerin an der Moraitis-Schule Athen

 

 

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Über die IDT

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Das war die 17. Tagung seit 1967 – die IDT findet seit 1989 alle vier Jahre statt. Was genau ist die IDT aber? Auf der Website der IDT 2022 liest man:

Die Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT) ist das größte Forum des Faches Deutsch als Fremdsprache und Zweitsprache weltweit. […] Zentrale Anliegen der IDT sind die Weiterbildung und Information der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die Vermittlung zwischen Theorie und Praxis, der Erfahrungsaustausch von Personen aus aller Welt im Fach Deutsch sowie die fachliche und sprachpolitische Positionierung des Faches. Dafür garantieren ein breites Fach-, Kultur-, Ausflugs- und Rahmenprogramm unter der Mitwirkung internationaler Expertinnen und Experten.

Und genau so ist es auch. Auf der IDT trifft man Freund*innen, Mitarbeiter*innen, alte Bekannte,  Leute, mit denen man nur telefonisch oder per E-Mail in Kontakt gewesen ist, oder denen man mal bei einem Webinar begegnet ist. Man trifft aber auch sehr viele Leute, die man zum ersten – und vielleicht auch letzten – Mal im Leben sieht, aber das gemeinsame Interesse für die deutsche Sprache und die gemeinsamen – wenn auch oft ganz, ganz unterschiedlichen – Erfahrungen im Unterricht bringen alle sehr schnell sehr nah zueinander. Und alle wollen das Gleiche: von den eigenen Erfahrungen berichten, von den Erfahrungen der anderen etwas lernen, Leute kennenlernen, also netzwerken (auch als networking bekannt), sich in den Präsentationen, Vorträgen und Workshops weiterbilden lassen, im Kultur- und Rahmenprogramm mit der deutschsprachigen Kultur in Kontakt kommen, am Abend und am Ausflugstag sich entspannen und einfach Spaß haben. Egal in welcher Funktion man an der IDT teilnimmt, man genießt ein wunderbares Erlebnis. 

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In Wien waren rund 3000 Besucher*innen aus etwa 120 Ländern präsent, vielleicht war es also die meistbesuchte IDT bis heute. Eine große Stadt, eine große Uni mit mehr als ausreichenden Räumlichkeiten, der superschöne Arkadenhof als zentraler Treffpunkt für alle und alles: Wien war wirklich die richtige Wahl. Alles, was die IDT betraf, war an einem Ort zu finden, niemand musste – wie es in kleineren Städten zwangsläufig oft der Fall ist – ständig von einem Ort zum nächsten – oft weit weg liegenden – Ort eilen. Und das haben alle sehr positiv bewertet, das Ganze war für alle einfacher und gemütlicher.

Jeder/e, der/die anwesend war, hat mit absoluter Sicherheit seine/ihre Horizonte in viele Richtungen erweitert, hat viele Leute aus aller Welt kennengelernt, hat wirklich viele Impulse für den eigenen Deutschunterricht bekommen und ist zufrieden und um vieles klüger nach Hause zurückgekehrt. Die Teilnahme an der IDT ist ein Geschenk für sich selbst, das Sie nie bereuen werden.

 

 

Am Verlagsstand – von Vangelis Koukidis

5 Minuten DaF IDT2022 StandEs war nun für uns – nach Bolzano und Fribourg – die dritte IDT und es war wieder mal eine großartige Erfahrung. Wir haben mit sehr vielen Personen aus sehr vielen Ländern diskutiert, haben so reiche Impulse, so interessantes Feedback und so viele Ideen mitgenommen! Es war erstaunlich und gleichzeitig äußerst zufriedenstellend zu hören, wie viele DaF-Profis nun unsere Lehrwerke nicht nur kennen, sondern auch gerne einsetzen und diesen vertrauen. Und das waren Leute aus den verschiedensten Ländern aller Kontinente, auch aus Ländern, wo wir als Verlag mittlerer Größe keine Präsenz vor Ort haben können, was das Ganze noch erstaunlicher macht.

2013 in Bolzano waren wir dem internationalen Publikum größtenteils unbekannt, 2017 in Fribourg kannte uns fast die Hälfte der IDT-Besucher*innen, 2022 in Wien gab es nur noch ganz wenige, die uns noch nicht kannten. Wir sind so stolz! Viel mehr Leute, als ich erwartet hatte, haben mich aus den YouTube-Videos erkannt, die wir seit Ende 2019 veröffentlichen – das war echt komisch für mich, weil ich eine eher stille, schüchterne Person bin, aber für die „Reichweite“ des Verlags hat dies viel zu bedeuten. Jetzt müssen wir also noch produktiver werden! Und viele, ganz viele Leute haben sich riesig gefreut, dass sie Spiros Koukidis, also meinen Vater, Gründer und Hauptautor des Verlages, persönlich treffen und mit ihm plaudern bzw. ein Foto machen konnten, denn seine Bücher seien – so meinten die meisten von ihnen – hilfreiche Werkzeuge, die ihren Unterricht verbessern bzw. erleichtern würden.

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Es steht also fest, dass gute Qualität allgemein anerkannt und gelobt wird. Das hat uns Kraft gegeben, nun noch aktiver zu werden. Input haben wir von den zahlreichen Gesprächen mehr als genug bekommen – hier das Wichtigste:

● Prüfungen werden in immer mehr Märkten immer wichtiger, daher werden prüfungsvorbereitende Materialien immer notwendiger und beliebter.

● Der zeitliche Umfang von DaF-Kursen ist in den meisten Ländern wie bei uns in Griechenland: Die Zeit reicht meistens nicht für viel mehr als das Wesentliche aus.

● Viele haben etwas kommentiert, was wir sehr interessant finden: Als „ausländischer“ DaF-Verlag präsentieren wir sehr oft Lerninhalte in einer Art und Weise, die für die KTN eines DaF-Kurses leichter verständlich bzw. nachvollziehbar ist – das habe wohl damit zu tun, dass wir auch mal in so einem Kurs als Lerner gesessen haben. In der „Großen deutschen Lernergrammatik“ und bei unserem inzwischen als „Praxis-Konzept“ bekannten Strategien-Training bei der Prüfungsvorbereitung werde das ganz deutlich.

● Erwachsene KTN wollen immer mehr den Lernprozess mitgestalten und investieren immer mehr Zeit in Selbstlernphasen, brauchen aber dabei Hilfe bzw. Steuerung, denn es gibt im Internet ganz viele Materialien von zweifelhafter – wenn nicht gar schlechter – Qualität.

● Online-Kurse werden immer beliebter.

● Deutschlehrer*innen erstellen sehr gerne eigene Materialien für den Unterricht, aber in der Regel suchen sie nach einem Lehrwerk, das als Herzstück des Unterrichts dienen kann.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen für den regen Austausch, das Feedback, das Vertrauen und die Unterstützung! Auch ein großes Dankeschön an das Organisationsteam der IDT 2022 und an unseren lieben Partner Cornelsen, beide haben unseren Aufenthalt in Wien leichter und angenehmer gemacht. Und zu guter Letzt ein Dankeschön an das Team des ÖSD-Instituts Griechenland, das zusammen mit unseren Freunden von Cornelsen unsere Abende in Wien zu einem richtigen Genuss haben werden lassen.

Jetzt bleibt nur eins: Ran an die Arbeit, damit wir 2025 auf der nächsten IDT in Lübeck noch Interessanteres präsentieren können!

 

 

 

Unterwegs im Fachprogramm – von Natalie Kontiadi

5 Minuten DaF IDT2022 GlabRuttKont„Mit Sprache teilhaben“ – so hieß das Motto der IDT 2022 in Wien. Was versteht man eigentlich unter „teilhaben“? Teilhaben bedeutet dabei zu sein, dazuzugehören. Wozu aber gehören? Wovon Teil sein? Wir alle, die wir an der IDT 2022 teilgenommen haben, wurden Teil der großen Offenbarung, welche Auswirkung eine gemeinsame Sprache in gesellschaftlichem, kulturellem und intellektuellem Kontext haben kann. Wir nehmen alle an der Sprache teil, indem wir sie lernen, lehren und erleben.

Und genau so hat es sich auch angefühlt – ich war Teil eines großen Ganzen. Während meines gesamten Aufenthalts in Wien wurde die Erkenntnis immer profunder, dass in jedem Gast diese internationale Begegnung das Gefühl der Zugehörigkeit weckte und es ihm ermöglichte, mit Sprache teilzuhaben. Nach einer langen Dürrezeit, in der sich Menschen entfremdet haben und die Welt stillstand, wurde das Verlangen nach Neuem, nach Fortbildung und Austausch endlich befriedigt.

Über die gesamte Veranstaltung hinweg war die Stimmung einzigartig. Man konnte deutlich erkennen, wie sehr sich Kolleg*innen aus aller Welt, mit den unterschiedlichsten Hintergründen, durch die deutsche Sprache einander nahe kamen. Während einer kurzen Kaffeepause, als ich über das Gelände spazierte, konnte ich Wortfetzen aufschnappen, die mich nur zum Lächeln bringen konnten. Egal aus welchem Land und welcher Altersgruppe, alle sprachen über die Tricks, die sie in den vergangenen zwei Jahren entwickelt hatten, um das Online-Unterrichten zu lernen und zu meistern. Ich sprach mit Kolleg*innen aus der ganzen Welt, mit einem kulturellen Hintergrund, der von meinem eigenen nicht unterschiedlicher sein konnte. Es verband uns jedoch die deutsche Sprache, welche viele mehr als nur mit den DACH-Ländern verbindet. Die deutsche Sprache der ganzen Welt wurde in Wien zusammengeführt.

In interessanten Gesprächen wurde einem neben theoretischem Wissen auch eine Vielzahl an praktischen Materialien geboten. In zahlreichen Workshops wurden Lehrmethoden und unterrichtspraktische Innovationen vorgestellt und die Teilnehmenden diskutierten ausgiebig über die von ihnen erstellten Lehrkonzepte.

Ebenso wurde aber den Besucher*innen auch eine breite, klug durchdachte Ausflugspalette geboten und dabei gab es für jeden Geschmack etwas. Es war einfach für jeden etwas dabei. Für mich persönlich war dieser Ausflug das absolute Highlight der Woche. Dort wurden die bis dahin geknüpften zwischenmenschlichen Beziehungen auf eine andere Ebene gebracht, den ganzen Tag wurde völlig ungezwungen rund um das Thema „Deutsch lehren und lernen“ diskutiert.

5 Minuten DaF IDT2022 NatMaxDie IDT hielt aber auch eine weitere Überraschung für mich parat. Mich hat unser Reiseführer Max angesprochen und er meinte, wir würden uns aus der Online-Schulung des ÖSD kennen. Wir waren nämlich in derselben Gruppe und kannten uns nur aus der virtuellen Welt. Die IDT ermöglichte es, einander die Hand zu geben und in die Augen zu schauen – die IDT hat uns miteinander verbunden. Plötzlich standen sich alle Beteiligten, vor der IDT einander noch völlig fremd, ganz nah. Dies galt auch für die Freiwilligen mit den orangenen T-Shirts, die, wann immer man sie brauchte, für alle da waren.

Das ÖSD, das Goethe Institut, die Verlage, die Deutsche Welle und alle Aussteller sorgten dafür, dass durch die vielen Unterrichtsmaterialien die Heterogenität der Gesellschaft reflektiert wurde und stärkten dadurch das (Fach)Wissen aller anwesenden Lehrkräfte. Die Gespräche begrenzten sich jedoch nicht nur auf die Ausstellung, auch im DACHL-Café wurde rege rund über Aspekte der Sprachpolitik diskutiert, welche die Grundlage des Sprachenlernens bilden. Besonderes Aufsehen erregten die Kolleg*innen aus Vietnam, Pakistan und dem Senegal, mit denen wir uns lange unterhielten und viel lachen dürften, denn Sprache kann manchmal durchaus auch lustig sein. Das meiner Meinung nach wichtigste Gespräch drehte sich jedoch um das Thema „Sprache sollte für die Teilhabe in den Fokus gerückt werden, statt von der Politik als Bedingung für den Status von Migrant*innen instrumentalisiert zu werden“. Darüber diskutierte ich mit vielen Kolleg*innen und konnte viele unterschiedliche und bereichernde Reaktionen und Aussagen registrieren. Das Thema Zuwanderung und Migration ist in den letzten Jahren mehr denn je zu einem großen Thema geworden und zieht sich wie ein roter Faden durch die DaF-Welt. Weiterhin wurden das abwechslungsreiche Unterrichten, der Einsatz von Medien und die Arbeit mit Flüchtlingen angesprochen.

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Die Herausforderungen, die jede Lehrkraft bewältigen soll, sind u. a. die mangelnde Motivation von Jugendlichen, der Zeitmangel und die langen Arbeitszeiten. Bei den Gesprächen wurde nichts ausgeklammert, diese Themen kamen immer wieder in den Vordergrund, egal aus welcher Ecke der Erde die Personen stammten. Die World-Cafés haben uns ebenso die Möglichkeit gegeben, uns intensiv mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen und uns in kleinen Gruppen auszutauschen, während wir gemütlich einen Kaffee tranken. Wie bereits erwähnt, an diesen Tagen war die gesamte DaF-Welt in Wien vereint und – wie man so schön sagt – die Welt ist klein.

Jede Besucherin und jeder Besucher bekam zu Beginn der Tagung ein ausführliches Programm, in welchem die unterschiedlichen Sektionen einzusehen waren. Sie waren alle kurz beschrieben und bildeten somit einen sehr guten Wegweiser für den zeitlichen Ablauf der IDT, der sich trotz der fehlenden Zeitangaben der einzelnen Vorträge, Workshops etc. als ein wichtiges Werkzeug erwies. Die Anzahl an Sektionen war groß und es war nicht immer leicht, die beste Wahl zu treffen. Man wollte einfach alles mitbekommen und so viel man nur konnte mit nach Hause nehmen. Zum Nachholen der Teile, die man zwangsläufig verpassen musste, wurde aber einem die Lernplattform Moodle angeboten. Genau das habe ich auch getan, ich habe so viele Sektionen wie nur möglich besucht und auf meinem Rückweg nach Griechenland vieles mitgenommen. Gerne hätte ich noch mehr von dem einzigartigen Angebot der IDT profitiert, was jedoch durch den engen Zeitplan nicht immer möglich war, die Zeit rannte einem förmlich davon.

Ich gebe gerne zu, dass die Didaktik-Workshops zur Erweiterung meiner Lehrkompetenz beigetragen haben, dass sie eine Bereicherung für mich als DaF- Lehrerin waren und mir ein Wissen vermittelt haben, welches ich schon an meine Kolleg*innen, die leider nicht dabei sein konnten, weitergegeben habe. Die gelungene Mischung aus Theorie und Praxis hat ein buntes Ganzes zusammengebastelt und somit meinen sprach- und bildungspolitischen Blick geschärft.

Das Kulturprogramm war abwechslungsreich und hoch qualitativ. Schuberts Liederabend und das Konzert der Gruppe ok.danke.tschüss waren zwei ganz unterschiedliche, aber für sich einmalige Erlebnisse, die ich sehr genossen habe.

Was ich von der IDT 2022 mitgenommen habe? Neue (Er)Kenntnisse, einen frischen Blick auf die DaF-Welt und neue Freundschaften. Während meines Aufenthaltes bin ich Kolleg*innen aus Japan, der Türkei, Italien und Ägypten begegnet und es hat sofort gepasst – die Herkunft jeder/jedes Einzelnen spielt da keine Rolle, solange die Sprache stimmt! Wir hoffen, dass wir uns bald wieder live sehen können und dass sich unser Kontakt nicht nur auf eine WhatsApp-Gruppe beschränken wird. Die nächste Tagung in Wien wird voraussichtlich erst 2053 stattfinden und wir haben vor, uns bestimmt noch früher wiederzusehen.

Alles in allem war es eine einzigartige und inspirierende Tagungswoche! Ich habe mir vorgenommen, die nächste IDT in Lübeck unbedingt zu besuchen!

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Immer mehr, immer besser!

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