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5 Minuten DaF

Die Projektkoordinatorin für die Prüfungen des Goethe-Instituts Athen Frau Ilse Lücke antwortet auf all das, was man über die Prüfungen wissen möchte.

 

von Vangelis Koukidis

5minDaF LOGO1

1. Sie sind seit vielen Jahren die Projektkoordinatorin für die Prüfungen des GI-Athen. Was sind denn Ihre Aufgaben?

Tatsächlich bin ich schon seit über 30 Jahren beim Goethe-Institut. Das kann ich selbst kaum glauben!

Meine Aufgaben sind vielfältig. An oberster Stelle steht die Qualitätssicherung. Ich sorge dafür, dass die Prüfungen korrekt und nach den weltweiten Richtlinien des Goethe-Instituts durchgeführt werden. Ich bin für die Auswahl und Schulung der Prüfenden und Bewertenden und deren Einsatzplanung zuständig, sowie für das Überprüfen der Materialien, die von unserer Zentrale kommen. Wie Sie sich vorstellen können, ist das bei den vielen Prüfungsteilnehmenden in Athen und den Provínzorten, die wir betreuen, eine Herausforderung. Da Athen das Regionalinstitut für Südosteuropa ist, gehört es ebenfalls zu meinen Aufgaben die für die Prüfungen Zuständigen an den anderen Goethe -Instituten der Region über Neuerungen im Prüfungsbereich zu informieren und sie zu schulen.

Und dann kommt natürlich das „Päckchen“ Prüfungsorganisation. Das Goethe-Institut Athen hat ein Prüfungssekretariat mit fünf Mitarbeiter*innen, die unter meiner Federführung diese Organisation übernehmen. Das beginnt mit der jährlichen Terminplanung und der Findung und Anmietung von Hotelräumen und reicht dann bis zur Planung der einzelnen Prüfungstage. Das Sekretariat pflegt alle Teilnehmenden im Goethe-Verwaltungssystem, durch welches Anmeldung, Bezahlung, Prüfungseinladung, Ergebnisbekanntgabe und am Ende Zeugnisausdruck abgewickelt werden. Außerdem ist dort auch die Prüfungstelefonzentrale ansässig, und es werden täglich Fragen rund um Prüfungen beantwortet.

Nach der jeweiligen Prüfung übernehme ich anfallende Drittkorrekturen, bearbeite Anfragen zu den Ergebnissen und führe Einsichten in Prüfungsunterlagen durch. Und um auf das Stichwort Qualität zurückzukommen: Ich hospitiere regelmäßig, damit gewährleistet ist, dass wir bei der Einhaltung unserer hohen Standards nicht nachlassen.

 

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2. Die Goethe-Prüfungen sind die weltweit bekanntesten DaF-Prüfungen. Seit mehreren Jahren gibt es aber auch weitere populäre Anbieter. Warum sollte man als Lehrkraft oder als Prüfungskandidat weiterhin die Goethe-Prüfungen vorziehen?

Im Gegensatz zu den übrigen Anbietern von Deutschprüfungen ist das Goethe-Institut nicht nur Vollmitglied bei ALTE (Association of Language Testers in Europe – eine Vereinigung von Sprachtestanbietern, die eine faire und genaue Beurteilung der Sprachkenntnisse in ganz Europa und darüber hinaus fördern), sondern das einzige, das auf allen Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens das international anerkannte Qualitätssiegel (ALTE-Q-Mark) für seine Prüfungen erhalten hat. Dieses Q-Mark ist auf allen Zertifikaten zu finden und garantiert die Qualität der jeweiligen Prüfung, aber auch, dass sie der Niveaustufe genau entspricht. Unsere Prüfungen halten damit alle Standards ein und spiegeln genau die zertifizierte Niveaustufe wider.

In den letzten Jahren haben wir unsere Prozesse modernisiert , die Wartezeit auf die Zeugnisse erheblich reduziert und unsere Prüfungstermine ausgeweitet, so dass für jeden ein passendes Datum dabei ist. Inzwischen prüfen wir auch an Freitagen und haben in Hinblick auf den doch harten Schulalltag von Jugendlichen die Sonntagstermine weitestgehend abgeschafft. Das kommt den Prüfungsteilnehmenden, ihren Familien aber auch unseren Mitarbeitern zugute, denn eine Sieben-Tage-Woche ist für niemanden angenehm.. 

 

3. Das Goethe-Institut Athen wird im Frühjahr 2020 in das vollständig renovierte „alte“ Gebäude zurückziehen. Was bedeutet das für Sie als Mitarbeiterin des Instituts? Und was bringt das für die Deutschlehrer*innen und die Prüfungskandidaten aus Athen und Umgebung?

Bei der Planung haben wir mit vielen Partnern und Kunden gesprochen, um herauszufinden, wie sie sich „ihr Goethe-Institut“ vorstellen. Ihre Ideen und Anregungen sind in die Gestaltung eingeflossen, so dass wir sicher sind, dass sie sich wohlfühlen werden.

Alle, die zu uns kommen, werden ein ganz anderes Haus vorfinden als das, das sie früher kannten. Ein Haus mit einem neu gestalteten und einladenden Eingangsbereich und einem Foyer, in dem sich die Bibliothek wie auch die Lern- und Lehrberatung befindet. Und natürlich wird die Cafeteria nicht fehlen. Dadurch haben wir weniger Platz im Erdgeschoss für die Prüfungen, aber das wird durch einen neuen Raum im ersten Stock kompensiert. Mehr will ich Ihnen aber nicht verraten. Kommen Sie doch vorbei und überzeugen Sie sich selbst, wenn wir umgezogen sind!

Für uns Mitarbeiter*innen wird die Arbeit in den einzelnen Abteilungen dadurch erleichtert, dass es eine Neuaufteilung der Räumlichkeiten gibt, wir näher beieinander sind und so effektiver und schneller kommunizieren können. Außerdem wird die technische Ausstattung erneuert und das Arbeiten so ebenfalls erleichtert.

 

4. A1, A2, B1, B2, C1, C2: Unterschiedliche Ziele, unterschiedliche Zielgruppen, gleicher Träger. Wie differenziert sich das Wesen der Prüfung je nach Niveaustufe? 

Eigentlich gar nicht so sehr! Alle Prüfungen, unabhängig von der Niveaustufe, sind handlungsorientiert und testen, ob die für die jeweilige Stufe wichtigen kommunikativen Ziele erreicht werden.

 

5. Die B1-Prüfung ist die beliebteste und zugleich gefürchtetste Prüfung. Bei dieser Niveaustufe hört man viel Gegensätzliches, was den Schwierigkeitsgrad, die Prüfungsdurchführung usw., angeht. Gibt es einen Tipp für die Lehrkräfte oder auch für die Lerner?

Es gibt überhaupt keinen Grund, die B1 mehr - oder weniger - zu fürchten als die anderen Prüfungen, wenn man sich richtig darauf vorbereitet hat. Der Schwierigkeitsgrad entspricht exakt der Niveaustufe, dafür garantiert das ALTE Q-Mark. Sowohl die Prüfungsdurchführung als auch die Bewertung sind standardisiert und entsprechen weltweiten Vorgaben. Mein erster Tipp an alle, die sich für eine Prüfung interessieren, ganz gleich um welche Stufe es geht, ist, sich vorher unbedingt mit dem jeweiligen Format vertraut zu machen. Zu diesem Thema erhalte ich viele Anrufe und verweise dann immer auf die Webseiten des Goethe-Instituts, wo zu jeder Prüfung ein Modellsatz und ein Video zur mündlichen Prüfung zu finden sind. Außerdem ist ein handlungsorientierter Deutschunterricht wichtig, in dem möglichst aktuelle und authentische Texte verwendet werden. Unterstreichen möchte ich das Thema Authentizität ganz besonders für das Modul Hören! Nur mit authentischen Hörtexten üben die Deutschlernenden tatsächlich für die Prüfung. Und ein dritter Punkt, der im Zusammenhang mit einem guten Unterricht und einer angemessenen Prüfungsvorbereitung steht, sind Fortbildungsangebote für Lehrende. Wir am Goethe-Institut bieten über das Jahr verteilt Fortbildungsmöglichkeiten in Form von Webinaren oder Präsenzveranstaltungen sowohl in Griechenland als auch in Deutschland an.

 

6. Die neue B2-Prüfung ist da. Die Ähnlichkeiten zwischen ihr und der B1-Prüfung sind mehr als deutlich. Das bringt vielen Angst, denn die B1-Prüfung gilt als „zu schwer“, was die Module „Lesen“ und „Hören“ betrifft. Wie sehen Sie das? Können Sie eine Prognose wagen? 

Ich kann mich hier nur wiederholen. Alle Prüfungsteile sind auf die entsprechende Niveaustufe justiert und weltweit mehrfach erprobt, um genau das zu garantieren. „Weltweit“ heißt, dass mindestens 200 Teilnehmende, meist mehr, aus unterschiedlichen Ländern, eine Erprobungsprüfung unter Prüfungsbedingungen abgelegt haben. Anschließend werden die Ergebnisse von langjährigen Expert*innen in unserem Bereich Prüfungen in Deutschland ausgewertet und die einzelnen Prüfungsitems ggfs. noch einmal angepasst. Wenn Sie sagen, dass eine deutliche Ähnlichkeit des Formats bei den Prüfungen B1 und B2 zu erkennen ist, haben Sie sicher Recht. Das ist auch die Absicht, damit Teilnehmende an Folgeprüfungen schon mit dem Format vertraut sind und sich nicht immer wieder auf etwas Neues einstellen müssen. Aber Vorsicht: Ähnliches Format heißt nicht gleicher Schwierigkeitsgrad! Es ist natürlich eine Grundvoraussetzung für das Bestehen der B2-Prüfung, wie auch aller anderen Prüfungen, dass ein Unterricht vorgeschaltet ist, der zu dem entsprechenden Niveau führt.

 

7. Es ist allen klar, dass jugendliche Deutschlerner bei den Prüfungen große Schwierigkeiten beim Lesen und Hören haben. Woran liegt das Ihrer Ansicht nach? Spielt hier die Allgemeinbildung eine Rolle? Hat das mit dem Tempo des Deutschlernens zu tun? Warum sind die traditionell einfacheren Fertigkeiten so problematisch für die Prüfungskandidaten?

Da ich viele Jahre hier am Institut aber auch an Schulen in Griechenland unterrichtet habe, glaube ich sagen zu können, dass das Hören lange Zeit vernachlässigt wurde, eventuell immer noch wird. Oft kennen die Lernenden hauptsächlich die Stimme der Lehrkraft und wenig anderes. Da fehlt dann die schon angesprochene Authentizität. Beim Thema Lesen dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass sich die Art des Lesens verändert hat. Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung und unsere Lernenden gehen mit Texten anders um als wir es getan haben.

 

8. Digitale Prüfungen: Wann werden sie durchgeführt? Was sollte man darüber wissen?

Um digitale Prüfungen anzubieten, müssen wir den Rückumzug in unser Haus in der Omiroustraße abwarten. Dort können wir dann eine reibungslose Durchführung garantieren.

Sagen kann ich zu den digitalen Deutschprüfungen (wir nennen sie DDP!), dass im Augenblick nur die B2-Prüfung digital durchgeführt werden kann. Aber in unserer Zentrale wird an den übrigen Niveaustufen gearbeitet, nach und nach werden also auch die anderen Goethe-Zertifikate digital abgelegt werden können. Unsere DDP werden auf Instituts-Laptops mit deutscher Tastatur durchgeführt. Am Laptop absolvieren die Prüfungsteilnehmenden die Module Lesen, Schreiben und Hören (mit Kopfhörern). Das Format der papierbasierten Prüfung wird hier eins zu eins beibehalten. Das Modul Sprechen findet weiterhin mit erfahrenen, zertifizierten Prüfenden des Goethe-Instituts statt.

Der Vorzug digitaler Prüfungen ist, dass sie dank ihrer Funktionen nicht nur zeitgemäß sondern auch benutzerfreundlich sind. Um nur zwei Vorteile zu nennen wird bei offenen Aufgaben die verbleibende Prüfungszeit angezeigt und die Schriftgröße kann individuell eingestellt werden. Dazu kommt, dass Termine sehr kurzfristig angeboten werden können und Ergebnisse noch schneller abrufbar sind als bisher. Außerdem ist diese Art der Prüfung ressourcenschonend und nachhaltig. Die Papierberge fallen weg!

Natürlich bleibt es aber nach wie vor für uns wichtig, unseren Prüfungsteilnehmenden Formate anzubieten, mit denen sie vertraut sind und die ihnen am besten passen. Künftig haben sie die Möglichkeit zwischen digitalen und papierbasierten Prüfungen zu wählen. Da sehr viele junge Menschen unsere Prüfungen machen, denken wir, dass gerade die digitalen Formate ihnen entgegenkommen, wie unsere Erfahrung bei der Pilotierung gezeigt hat.

 

9. Sehen Sie große Änderungen in Bezug auf Sprachprüfungen in der nahen Zukunft? Welche könnten es sein?

Da würde ich als Erstes die Ausweitung der Digitalität nennen, dann sicher die Flexibilität durch die Modularität der Prüfungen. Neu dazu kommen wird ein breiteres Prüfungsangebot durch die Aufnahme von berufsspezifischen Prüfungen, die der steigende Bedarf auf diesem Sektor verlangt.

 

10. Würden Sie uns die drei häufigsten Fragen verraten, die Sie als Prüfungskoordinatorin für Prüfungen zu beantworten haben?

Eine häufige Frage habe ich ja schon oben genannt, nämlich die zum Thema des Prüfungsformats. Sowohl Lehrkräfte als auch Prüfungsteilnehmende melden sich kurz vor einem Prüfungstermin und wollen sich vergewissern, dass sie die einzelnen Prüfungsteile richtig vorbereitet haben. Oft gibt es Fragen zur Bewertung, und hier verweise ich auf die Modellsätze zu den Prüfungen auf der Internetseite des Goethe-Instituts. Dort sind sowohl die Bewertungskriterien als auch die Lösungen zu finden. In den letzten Jahren häufen sich die Anfragen nach Durchführung von Prüfungen für Kandidat*innen mit spezifischem Bedarf, z.B. bei Legasthenie oder Einschränkungen beim Hören oder Sehen. Hierzu kann ich sagen, dass das Goethe-Institut heute in der Lage ist, allen die Teilnahme an einer Prüfung zu ermöglichen.

 

11. Wir haben Vieles über die Prüfungen gefragt. Das ist aber natürlich nicht das Einzige, was das Goethe-Institut macht. Welchen anderen Teil der Aktivitäten des Instituts finden Sie besonders interessant und Warum?

Ja, das stimmt. Zu unserem Auftrag gehören nicht nur der Bereich Sprache mit unseren Sprachkursen auf allen Niveaustufen, unseren Prüfungen und den Programmen der Bildungskooperation, sondern auch die kulturelle Zusammenarbeit mit den Ländern, in denen wir zu Gast sind, und die Informations- und Bibliotheksarbeit. Ich persönlich freue mich besonders über die Schulklassenbesuche. Es ist immer schön zu beobachten, wenn junge Menschen begeistert an Workshops zu verschiedenen Themen teilnehmen und nicht nur etwas lernen, sondern auch Spaß dabei haben. In unserem renovierten Haus können wir Schülergruppen wieder begrüßen. Das war in der Zwischenunterbringung leider nicht möglich.

 

12. Welcher ist der größte Mythos und welche die größte Wahrheit über das Goethe-Institut?

Ach, wissen Sie, es gibt so viele falsche Vorstellungen über das Goethe-Institut. Wichtiger ist es mir, über die Wahrheiten zu sprechen. Die größte Wahrheit aus meiner Sicht ist, dass in allen Bereichen unserer Arbeit unsere Kunden, unsere Gäste und unsere Partner im Mittelpunkt stehen. Und dass für uns Seriosität, Korrektheit und Verlässlichkeit ihnen gegenüber höchste Priorität haben. 

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